Chronopia - Eine dritte Fan-Edition?

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Chronopia - Eine dritte Fan-Edition?

Beitrag von Redterror » So 7. Apr 2019, 16:01

Irgendwie würde ich gerne wissen, wie es in der Welt von Chronopia weitergeht. Eine Neuauflage unter offizieller Flagge wird es wohl so schnell oder nicht mehr geben, aber eine 3. "fanmade" Edition, die das Universum weiterspinnt, wäre doch eine tolle Sache.
Die normalen Regeln könnte man ja aus der 2. Edition übernehmen, den Hintergrund aber fortführen. Vielleicht so 100 Jahre in die Zukunft. Vielleicht könnte man ja auch ein ganz neues Volk hinzufügen und die eine oder andere neue Einheit bei den bestehenden Völkern. Habt ihr auch schon mal an so etwas gedacht?

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Re: Chronopia - Eine dritte Fan-Edition?

Beitrag von Coki » Mo 8. Apr 2019, 15:25

Die Idee ist ja nicht neu. Schau mal ins Excelsior Forum. Dort wurden schon Units o.ä. vorgestellt. Ich selbst hatte mit Miniskirmish einen ähnlichen Plan, da es auf Chronopia Regeln basiert.

Im Endeffekt benötigt man fünf Aspekte um es sinnvoll weiterzuführen:
a.) Geschichtenschreiber
b.) Maler / Grafiker
c.) Modellierer / 3D-Künstler (für die Modelle)
d.) Regelschreiber / Armeelisten
e.) den Koordinator der den Überblick behält und die Leute antreibt.

Das Hauptproblem ist aber das Copyright. Alle Arbeit die man darin reinsteckt, ist nur geduldet. Die können jederzeit den Stecker ziehen.

Gruss,

Coki
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Re: Chronopia - Eine dritte Fan-Edition?

Beitrag von Redterror » Mo 8. Apr 2019, 19:13

Ich meinte auch eher eine nicht auf kommerziellen Verkauf ausgerichtete Fanfiction-Version; also etwas inoffizielles. Eine "dritte Edition" von Chronopia klang da vielleicht etwas zu forsch. Die Geschichte weiter zu schreiben, wäre kein Problem (inklusive diverser Kurzgeschichten), wobei ich das mit dem offiziellen Hintergrund zusammenfügen würde.
Es wäre also "nur" eine (Fanmade-) Fortsetzung plus ein paar neue Einheiten für die Völker bzw. auch ein ganz neues Volk. Eigene Figuren unter dem offiziellen Chronopia-Label könnte man dafür wohl nicht anbieten, aber sicherlich als Proxies unter anderem Namen. Aber es steht ja jedem auch jetzt schon frei, Chronopia mit allen möglichen Proxies vom Tabletopmarkt zu spielen oder auch mit den alten Miniaturen.

Für ein Fan-Projekt könnte man ja diverse Artworks / Karten nutzen (vielleicht auch ein paar alte aus dem Regelbuch). Meistens ist das kein Beinbruch, so lange es nicht-kommerziell bleibt und auch so ausgewiesen wird. Ein halbwegs talentierter Grafiker wäre allerdings von Nöten, damit es am Ende auch wie ein Regel- bzw. Armeebuch aussieht. Das "Warhammer Armies Projekt" wärre da u.U. eine Vorlage. Das wird meines Wissens sogar von Games Workshop geduldet.

Machbar wäre sicherlich so eine Art "Ergänzungsband" / Armeebuch zum offiziellen Regel- und Hintergrundbuch der 2. Edition:

1. Die Chronopia-Welt 100 bis 200 Jahre in der Zukunft
2. 1 komplett neues Volk mit Regeln
3. Jeweils eine neue Einheit für die "alten" Völker

Anbei mal als Inspiration:

http://warhammerarmiesproject.blogspot.com/

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Re: Chronopia - Eine dritte Fan-Edition?

Beitrag von Coki » Di 9. Apr 2019, 10:47

Kann man alles machen. Jedoch, damit der Anreiz zum Lesen ausreichend hoch ist, muss es sich wirklich "neu" anfühlen. Und das ist nicht einfach.
Und zudem weiß ich nicht welches Format hierfür wirklich das Beste ist.

Ist ein Ergänzungsband als PDF sinnvoll? Oder als Extra-Website (eventuell Interaktiv?).

Aktuell präferiere ich eher den Ansatz einer Kampagne, wie ich ihn mit Didera für W40k verfolge. Hier kann man das Spielen zusammen mit Geschichten, Story-Entwicklung, Sonderregeln, spezioelle Units o.ä. kombinieren.

Gruss,

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Re: Chronopia - Eine dritte Fan-Edition?

Beitrag von Redterror » Di 9. Apr 2019, 13:10

Ich würde das als Armeebuch-Format (PDF) machen. Man könnte es ja auch interaktiv ergänzen. Da ich auch hobbymäßig bei einer Fantasy- bzw. SF-Romanreihe mitwirke und auch selbst schreibe, wäre das Entwerfen einer Chronopia-Zukunft eine tolle Sache.
Ich würde so knapp 200 Jahre in die Zukunft gehen. Da können sich die Verhältnisse zwischen den Völkern ein wenig verändert haben usw. Die Firstborn haben ein größeres Reich errichtet und die Lakaien in unmittelbarer Nähe vernichtet / zurückgedrängt (zwei Propheten sind gefallen). Die Lakaien haben sich weiter nach Norden in Richtung Pandaros-Hochland zurückgezogen und sich unter der Führung eines "dämonischen Kindes" neu organisiert. Irgendwie so was. Ging mir gestern noch durch den Kopf, aber da kann man ja viel zusammenreimen :haha: Ich bin nur nicht der beste Grafiker und habe auch noch Lücken im Chronopia-Fluff, aber hier sind ja zum Glück erfahrene Zocker, die jeden Zwerg mit Vornamen kennen.

Die Karte aus dem alten Armeebuch könnte auf jeden Fall auch noch etwas erweitert werden, denn die Rollenspielwelt "Altor" ist wirklich riesig und gibt eine Menge her.

Vielleicht ein wenig wie unsere "Fallhammer" Kampagne in der zerstörten Welt von "Warhammer" nach den End Times. Da habe ich auch mitgemacht. Nur eben mit noch mehr Fluff und besserer graphischer Gestaltung.

https://archive.org/details/EndTimesalternative

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Re: Chronopia - Eine dritte Fan-Edition?

Beitrag von Coki » Di 9. Apr 2019, 20:54

Puhh...

Vorweg: Die Entwicklung von Chronopia ist ja in drei Schritten passiert.

1. Drakar och Demoner
Erstbeschreibung von Chronopia als MegaCity (fast so wie Necromunda ohne Schutzdach).
http://de.chronopiaworld.com/artikel.php?id=318

2. Chronopia 1.Edition mit Erweiterungen
Die verschiedenen Reiche und ihre Ziele sowie die Lakaien als "böser" Part.
Die älteste Beschreibungen fand sich im Werbeheft von 1997. Diese ist auch noch etwas anders als später im Grundregelwerk.

3. Chronopia 2.Edition
Leichte Änderungen im Fluff (Allgemein und Einheiten) sowie kleinere Ergänzungen.

In der Summe gibt es also schon eine Menge Fluff, natürlich nicht mit WHFB, W40k, BT oder WM vergleichbar, aber mehr als in den meisten anderen TableTop Systemen.

Was du letztendlich umsetzt muss du natürlich Wissen. An deiner Stelle würde ich erst einmal klein anfangen.

Schreib doch ein paar Kurzgeschichten (siehe z.B. hier: http://de.chronopiaworld.com/artikel.php?id=402 )
oder im Stile der Geschichten aus den Kampagnenboxen ( http://de.chronopiaworld.com/artikel.php?id=386 und http://de.chronopiaworld.com/artikel.php?id=387 ).
Alternativ ein paar sehr gute Schlachtberichte (Spielberichte) die wie eine Geschichte aufgezogen wird.

Damit kann man ganz gut in der aktuellen Welt bleiben und erstmal sich "reinarbeiten". Zudem kann man eigenes Material gut einbauen (Bilder von besonderen Figuren, bestimtme Szenen aus Spielen, freie Bilder aus dem Internet, usw.).

Gruss,

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Re: Chronopia - Eine dritte Fan-Edition?

Beitrag von Redterror » Di 9. Apr 2019, 22:29

Ja, der Fluff ist schon recht umfangreich. Mehr als bei den meisten anderen Tabletopsystemen. Mir schwebt eine Weiterführung der Geschichte aus Sicht der Firstborn vor - etwa 200 Jahre in die Zukunft. Das sozusagen als Hauptstrang. Zusätzlich kann man die Entwicklung der anderen Völker dann auch noch aus deren Sicht beschreiben.

1. Hauptstrang: Die Geschichte der Chronopia-Welt geht weiter (aus Sicht der Firstborn)
2. Entwicklung der anderen Völker, neue Konstellationen, Konflikte usw.
3. Ein komplett neues Chronopia-Volk
4. Jeweils eine neue Einheit für die alten Völker
5. Eine oder mehrere Kampagnen / Szenarien

Dazwischen machen sich Kurzgeschichten sicherlich ganz gut (so ist es ja in vielen Regel- und Armeebüchern)

Das müsste eigentlich machbar sein. Ein wenig habe ich auch schon geschrieben. Ich kann es die Tage ja mal hier reinstellen.

Herby
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Re: Chronopia - Eine dritte Fan-Edition?

Beitrag von Herby » Mi 10. Apr 2019, 07:34

Zunächst mal: Ich finde Deinen Enthusiasmus super. Aus eigener Erfahrung kann ich aber berichten, dass alles was inoffiziell ist häufig wenig Akzeptanz findet, das gilt eigentlich nicht nur für den deutschen Tabletopmarkt sondern gleich Rollenspielszene mit eingerechnet. Solange sich nicht ein "richtiger" Hersteller mit ner großen Redaktion daran klemmt sich ich schwarz für eine Wiedergeburt von Chronopia. Ich persönlich finde die beiden ersten Editionen auch recht gelungen. Das Spiel war und ist gut. Der MArkt hat sich total verändert und ist so ziemlich gesättigt. Und so absurd sich das anhört ...gespielt wird das was gespielt wird. Ich habe bei dem Spiel Beyond the Gates of Antares die deutsche Szene ganz gut kennengelernt. Die Mentalität ist so: Ich warte erst mal ab wie es sich verkauft, dann kauf ich es auch. DIe Turnierszene scheint den meisten wichtig. Außerdem ist die Szene was den Anspruch an Figuren angeht völlig spoiled. Das muß alles high end sein, also alles wie bei GW sonst will es keiner. Da brauchst Du mit handgemachten Sachen nicht um die Ecke kommen.
Unser letzter Versuch Chronopia anzuschieben hat mit der totalen Zerschlagung der noch vorhandenen Spielergemeinschaft und Interessierten hier im Forum geendet. Aber das SPiel ist da, am besten man sammelt soviele Minis wies geht , Regelwerk und sucht sich ein paar Freunde die man begeistern kann. Ich persönlich brauche keine Turniere und Deutsche Meisterschaft. EIn gemeinsames Abtauchen in die Spielwelt reicht mir.

Und ich bin gespannt was Du so an neuen Ideen anschleppst. Vielleicht hast Du mal Lust ne Kurzgeschichte hier hier zu posten.
Greetz H
P.S. MIr fehlt im Moment die Motivation neue Minis für Chronopia zu machen
Greetz H.
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" Mein Name ist Josephine Schminktopf...Küsschen"
Expanded Universe -FOR REAL- from THOOM U.S.A (official) U.S.A.

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Re: Chronopia - Eine dritte Fan-Edition?

Beitrag von Coki » Mi 10. Apr 2019, 10:18

@Redterror
Do-it

Letztendlich mach das worauf du Spaß hast und ich freue mich über alles Neue und werde es auch gerne Querlesen.

Gruss,

Coki
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Re: Chronopia - Eine dritte Fan-Edition?

Beitrag von Redterror » Mi 10. Apr 2019, 11:46

Für mich ist das auch nur eine reine Hobby- und Spaßgeschichte. Genau wie das Chronopia- oder Warzone-Spielen generell. Ich plane jetzt keine "Revolution" im Bereich Chronopia :cool: Was Herby über die TT-Szene schreibt, ist natürlich auch meine Erfahrung. Selbst eine "Rampensau" wie "Warhammer Fantasy" ist, was die Spielergemeinschaft betrifft, ohne den offiziellen GW-Support sehr, sehr schnell zusammengebrochen. Das hätte selbst ich nicht in dieser Form erwartet und ich spiele WHFB auch schon seit über 20 Jahren. Zudem sind selbst Figuren mit nahezu perfektem Design (s. Warzone Ressurection von Prodos Games) nicht unbedingt ein Garant dafür, dass die Spielergemeinschaft sie am Ende kauft. Leider...

Andererseits kann im Bezug auf Chronopia ja so viel nicht schiefgehen. Die normalen Regeln der 2. Edition, die ich übrigens sehr gut finde, bleiben natürlich unangetastet. Lediglich der Hintergrund wird weitergesponnen und ein paar neue Einheiten kommen hinzu. Natürlich muss die niemand spielen, wenn er nicht möchte. Alles in allem soll es auch kein Großprojekt werden, denn dafür fehlt mir ohnehin die Zeit.

Allerdings wäre es u.U. sinnvoll, das Fanfiction-Armeebuch direkt auf Englisch zu schreiben, oder? Ich meine, die deutsche TT-Community ist ja, nicht nur auf Chronopia bezogen, recht überschaubar. In anderen Ländern gibt es durchaus auch noch einige Spielergruppen, die z.T. noch aktiv zu sein scheinen.

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Re: Chronopia - Eine dritte Fan-Edition?

Beitrag von Coki » Mi 10. Apr 2019, 13:15

Naja, das hat nur bedingt mit der deutschen Szene zu tun. WHFB ist international zusammengebrochen und zwar schon in der 8.Edition. Das kurze Strohfeuer mit Endtimes lag vorallem daran, das der typische WHFB Spieler inzwischen über erhebliches Geld verfügt und es nochmal kurz einen Push gab den GW abgeschöpft hat. Mit langfristiger Planung hatte das nichts mehr zu tun.

Und Prodos hat sich durch seine Firmenpolitik selbst abgeschossen. Der AvP Kickstarter hat zuviel Vertrauen vernichtet. Zudem hat man sich auf den Anfangserfolg zu sehr ausgeruht und nicht struktuiert weiter gearbeitet. Meine Vermutung ist, im Gegensatz zu Excelsior Entertainment, hatte Prodos nur mit 4-5 Jahren geplant um sich einen Namen auf dem Markt zu machen. Nun fangen sie an eine eigene Line aufzubauen mit einem eigenen Universum. So sind sie nicht von Lizensen mehr abhängig.
Jedoch sind die Fehler zu gravierend und das Vertrauen ersteinmal weg.

Bei Antartes genau das gleiche. Zu klein, zu unbekannt und keine aktive Fanbase.

Das generelle Problem ist, das GW aktuell vieles richtig macht. Und neben GW gibt es noch WM, Hordes, Infinity, FF, usw. Der Markt ist einfach sehr dünn und zudem gibt es kaum wirklich gute deutsche TT Systeme mit guten Supporter im Backgound. Rein professionell hat es in den letzten 25 Jahren nur zwei Systeme gegeben die ein größeres Publikum erreichte (Demonworld und Armalion).

Die Deutschen sind halt Hardcore Fans. Viele Systeme werden organisatorisch durch die deutsche Fanbase mitgetragen. Bestes Beispiel ist hier Classic BattleTech. Ohne den Support / Geld der deutschen Fanbase zwischen 2000 und 2010 gäbe es das System wohl nicht mehr (Fanpro LCC). Mit der MechForce haben sie eines der ältestens Fanvereinigung weltweit.
Gleiches gilt für WHFB und W40k. Entwicklungen wie die Europmeisterschaften, T3, diverse Turnierregelsysteme, große Foren, usw. wären ga rnicht möglich gewesen ohne eine aktive Community.

Nur ohne vernünftigen Support durch den Hersteller ist sowas nochmal um eine Ecke schwerer aufzuziehen. Einer der Gründe warum die Systeme von GW jahrelang auf dem absteigenden Ast sich befanden (und WHFB weggebrochen ist).

Und letztendlich, will man immer wieder etwas "neues" lesen. Auch hier macht GW aktuell viel richtig. Permanent kleinen Output von neuen Sachen.
Dagegen kannst du mit eigenen Projekten nicht effektiv "anstinken".

Wenn ein größerer Markt nicht ordentlich abgedeckt wird (aktuell im R&F) dann besteht immer das Potential für einen "Run", aber das ist natürlich schwer.


Das einzige was sich halt immer lohnt, sind kleine Neuerungen und Entwicklungen über einen längeren Zeitraum und den Aufbau von Spielgruppen (mit entsprechenden Belohnungen / Herausforderungen).

Und das ist Zeit- und Arbeitsaufwendig und kommt nicht von alleine oder durch ein paar "PDFs".

Gruss,

Coki

Ps: Bitte zweisprachig. :) Ich mag halt deutsch.
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Re: Chronopia - Eine dritte Fan-Edition?

Beitrag von Redterror » Mi 10. Apr 2019, 13:23

Ich stimme dir da auf jeden Fall zu. GW sorgt definitiv dafür, dass es immer wieder etwas neues zu lesen und sehen gibt. Aber GW hat natürlich auch die Mittel dazu. Prodos hat eine Menge verbockt, in der Tat. Aus Warzone RS hätte deutlich mehr werden können mit entsprechendem Support. Allerdings weiß ich nicht, wie groß der Lizenzdruck gewesen ist. Aber so ist das eben.
Da es aber schon lange nichts mehr "neues" in der Chronopia-Welt gegeben hat, kann man ja ruhig etwas erfinden. Mir macht so etwas immer Spaß.

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Re: Chronopia - Eine dritte Fan-Edition?

Beitrag von Redterror » Mi 10. Apr 2019, 14:28

Tadaaah! So, hier mal ein wenig Geschreibsel von mir. Ist natürlich noch nicht alles korrigiert bzw. wirklich ausgearbeitet, also eher so eine Art Brainstorming. Manche Begriff, Jahreszahlen usw. fehlen noch. Gewisse Gebirge und Regionen habe ich (vgl. Weltkarte des Rollenspiels) einfach mal mit eigenen Namen versehen. Das wäre jetzt die Einleitung der Geschichte aus Sicht der Erstgeborenen:

Blick in den Abgrund

„Chronopia ist tot! Es hat keine Zukunft!“
Dies waren einst die letzten Worte von Erz-Chronomancer Isenrink gewesen, bevor er sich vom höchsten Turm der Stadt in die Tiefe gestürzt hatte, um sein Leben zu beenden. Der alte Seher, der jahrzehntelang an der Seite des Einen Königs die Wege der Zeit bereist hatte, war am Ende zu dem Schluss gekommen, dass der Kampf gegen Zerfall und Finsternis nicht gewonnen werden konnte. Dies war vor fast zweihundert Jahren gewesen, doch seitdem ist viel geschehen...

"Bedrängt von feindlichen Völkern und den Scharen der Lakaien hatte das Reich der Erstgeborenen einen Krieg um seine nackte Existenz führen müssen, wie er blutiger und grausamer nicht hatte sein können. Städte und Dörfer waren in Flammen aufgegangen, während fremde Horden eine Schneise der Verwüstung durch das Reich des Einen Königs gezogen hatten.
Schwarzblütige Orks hatten ihre Heere über die Südgrenze geführt; die Söhne des Kronos waren indes in ihre Heimat abgezogen und hatten ihre Verwandten auf dem Schlachtfeld im Stich gelassen; selbst die Zwerge waren gierig auf das Fleisch des verwesenden Leichnams geworden, der vom Reich der Erstgeborenen übrig geblieben war.
Die Stygianer hatten längst sämtliche Vorposten, die der Eine König in ihrer Wüstenheimat errichtet hatte, niedergerissen und seine Ritter getötet. Seitdem waren sie in gewaltiger Zahl nach Osten geströmt, wo sie durch die Reiche der anderen Völker gezogen waren, bis sie die Städte der Erstgeborenen unmittelbar bedroht hatten.
Letztendlich waren es jedoch die Lakaien gewesen, die aus all der Zerstörung und dem Verrat als die eigentlichen Sieger aufgestiegen waren. Sie hatten die Ritter des Einen Königs immer weiter zurückgedrängt und kurz davor gestanden, dem Reich ihrer Erzfeinde das Herz aus dem Leib zu reißen.
Als ihre dunklen Legionen unter den donnernden Predigten der vier höllischen Propheten auf Chronopia zumarschiert waren, hatte sich ein nachtschwarzer Himmel über die todgeweihte Hauptstadt der Menschen geschoben. Was der Eine König und seine Zeitmagier in diesen Tagen auch gesehen hatten; alle Wege in die Zukunft hatten doch bloß in den Untergang geführt.
So hatten die verbliebenen Ritter der Erstgeborenen auf Chronopias Mauern Wacht bezogen, als die Lakaien aus allen Himmelsrichtungen herbeigeströmt waren, um die Stadt des Einen Königs einer Flutwelle gleich zu umspülen. In diesen verzweifelten Stunden hatte es keine Hoffnung mehr geben. Wenig mehr war den Verteidigern geblieben, als in einem letzten Kampf ehrenvoll zu fallen und das Erbe ihres Volkes mit in die Schattenwelt zu nehmen.
„Das Ende unserer Todfeinde ist gekommen!“, hatten die finsteren Propheten ihren Kindern gepredigt, die angesichts von Chronopias bevorstehendem Untergang gehöhnt und gegeifert hatten.
Doch als alle Zuversicht für das Volk der Erstgeborenen schon dahingeschwunden war, da hatten sich plötzlich die Banner eines in der Ferne nahenden Heeres über den Horizont geschoben. Ein Raunen war durch das Meer der Lakaien vor Chronopias Toren gefahren und die Propheten waren verstummt.

In ihrem Rücken waren die Krieger der Elfenhäuser erschienen, die sich sogleich mit gellenden Kriegsrufen auf die Lakaien gestürzt hatten...

Aus der Asche Chronopias

In den zwei Jahrhunderten, die der Schlacht vor Chronopias Mauern folgten, herrschte im Reich der Erstgeborenen mehr als achtzig Jahre lang Frieden. Die Stadt Aregath, die die Lakaien bis auf die Grundmauern geschleift hatten, wurde wieder aufgebaut. Das Gleiche galt auch für jene Ortschaften, die von den dunklen Heerscharen, den Schwarzblütern oder den Stygianern verheert worden waren.
Die Elfen, die die Erstgeborenen im letzten Augenblick vor der Vernichtung gerettet hatten, waren längst wieder nach Westen abgezogen und verhielten sich ruhig und abwartend. Ihr Eingreifen hatte den endgültigen Triumph der Lakaien verhindert und damit wohl auch ihren eigenen Untergang. Dennoch hielt sich der Dank des Einen Königs und seines Volkes in Grenzen, denn bis auf sporadische Handelsbeziehungen hielten sich die Menschen weiterhin von den Elfenreichen fern und konzentrierten sich ganz darauf, ihr verwüstetes Reich wieder aufzubauen.
Währenddessen loderten die Flammen des Krieges im Süden weiter. Das Imperium der Schwarzblüter befand sich im offenen Kampf mit den von Südwesten eindringenden Stygianern und wurde zugleich von inneren Unruhen erschüttert. Die Ogerherrschaft hatte zu wanken begonnen, nachdem sich orkische Heerscharen unter dem Banner von Sultan Vraghrok im Osten des Reiches versammelt und die Stadt Tushcant erobert hatten. Was als Erhebung gegen die Ogerkaste begonnen hatte, verwandelte sich schließlich in einen blutigen Bürgerkrieg, der sich langsam von den Dschungeln im Osten Jargals bis nach Kharabad ausweitete.
Angesichts der inneren Zerrissenheit des Schwarzblüterreiches, der Zurückhaltung der Elfenhäuser und der Tatsache, dass die geschwächten Lakaien vermehrt versuchten, ihr Territorium auf Kosten der Zwergenclans und der Söhne des Kronos zu erweitern, begann für die Erstgeborenen eine Periode der Erholung. Zum ersten Mal seit langer Zeit wuchsen die Kinder der Menschen in einer gewissen Sicherheit auf: Hinter hohen und festen Stadtmauern und unter dem Schutz einer Ritterarmee, die ihre gelichteten Reihen allmählich wieder mit neuen Kriegern auffüllen konnte. Achtzig Jahre Frieden, Sicherheit und Gesundung im Reich des Einen Königs. Achtzig Jahre Zeit, um zu planen und aufzurüsten...

Und so zogen sie gen Norden...

Doch der Eine König hatte in den Jahren des Friedens nicht einen einzigen Tag lang an denselben gedacht, denn er wusste, dass alle Weg durch die Zeit auf die Schlachtfelder der Zukunft führten. So versammelte er sein Ritterheer nahe Aregath, führte es über den Schlangenfluss und begann einen ebenso stürmischen wie unerwarteten Angriff auf die Festung des Propheten Nemeth. Es dauerte keine sieben Tage, da hatten die Rammböcke der Erstgeborenen die Tore der schwarzen Stadt niedergerissen und ihre Mauern zerschmettert. Das verdorbene Blut der Finsteren färbte die Straßen der Feste in dem Gemetzel, das dem Sturmangriff folgte. Heermeister Tylic, ein noch junger General der Erstgeborenen, drang in den dunklen Palast des Nemeth ein und enthauptete den Propheten mit eigenem Schwert. Anschließend zogen seine Ritter durch die Gassen der Lakaienstadt, um jede Kreatur zu erschlagen, die ihnen vor die Klinge kam.
Am Ende blieb von der schrecklichen Festung nur noch ein Gewirr aus zerbrochenen Mauern und niedergebrannten Gebäuden. Zeitmagier und Richter zogen durch die geschleifte Stadt und riefen Bannflüche, die die Wesen der Dunkelheit für immer von diesem Ort fernhalten sollten.
Als dem Einen König der Kopf des erschlagenen Nemeth auf einem Tablett überreicht wurde, schallte ein zufriedenes Lachen durch die verlassenen Kammern des Zeitturmes. Der dunkle Prophet war gefallen, seine Feste untergegangen, verkündete der ewige Herrscher von Chronopia. Doch war die gefallene Stadt der Lakaien bloß ein Geschwür von vielen, die es noch auszubrennen galt...

Drei Jahre später marschierten die Erstgeborenen in die Länder nördlich von Gergythia ein und erklärten sie zum Reichsgebiet. Die Söhne des Kronos, die ihre wilde Lebensart nicht aufgegeben hatten, zogen sich vor dem eindringenden Ritterheer nach Nordosten ins Zackwallgebirge oder die waldreichen Kneethlande zurück. Hatten die Erstgeborenen ihren Verwandten dereinst nicht verziehen, dass sie sie im Kampf gegen die Lakaien allein gelassen hatten, so erregte die unverhohlene Expansionswut derselben nun die Gemüter der Berserkerstämme.
Es dauerte nur wenige Monate, da standen die Soldaten des Einen Königs schon am Fuße der Bergkette, die die Kontinente Jargal und Pandaros wie eine Mauer trennte. Dort errichteten sie mehrere Siedlungen und einen Hafen an der Küste. Einen Winter später strömten bereits mehrere tausend Bauern mit ihren Familien nach Norden, um das besetzte Land zu kolonisieren.
Besorgt blickten die in der Krallenfeste lebenden Zwerge auf die menschlichen Siedler, die in immer größerer Zahl aus dem Süden kamen und von bewaffneten Trupps begleitet wurden. Nicht weniger skeptisch waren die wilden Menschenstämme, die jenseits des Gebirges lebten. Zwar blieben sie auf Distanz und verhielten sich zunächst nicht feindselig, doch erschien die Ruhe trügerisch.
Die nächsten zehn Jahre breiteten sich die Erstgeborenen nicht weiter aus. Stattdessen übersäten sie das besetzte Land mit Forts und weiteren Siedlungen. Mit den Zwergenclans der Krallenfestung wurde auf Anordnung des Einen Königs ein Nichtangriffspakt geschlossen, ebenso mit dem Berserkerstamm der X. Die übrigen Wildmenschen blieben in ihren Wäldern oder im Schutz des Zackwallgebirges, von wo aus sie ihre zivilisierten Verwandten aus dem Süden kritisch beäugten.

Feldzug gegen Negral

Zunächst trachtete der Eine König nicht nach noch mehr Land im Norden, wie er den misstrauischen Nachbarvölkern versicherte, denn er plante bereits etwas anderes. Pausenlos rauchten die Schmieden im Reich der Erstgeborenen, während tausende von jungen Männern zu Rittern ausgebildet wurden und ganz Chronopia durch fanatische Prediger in einen Kriegsrausch versetzt wurde.
Im Jahre X zog ein gewaltiges Heer aus schwergepanzerten Kriegern, Bogenschützen und Wehrbauern nach Süden in Richtung Calamon, um von dort aus den Krieg gegen den dunklen Propheten Negral und sein Gefolge zu eröffnen.
Gleich einem unerwarteten Hammerschlag von tödlicher Wucht und Präzision trafen die Ritter der Erstgeborenen die überraschten Feinde auf dem Grellfeld und fügten ihnen eine vernichtende Niederlage zu. Anschließend schritten sie über die Leichen erschlagener Lakaien und unheiliger Kreaturen hinweg, um die Mauern der Festung Versuria (?) zu berennen. Einen Monat lang dauerte die Belagerung, die vielen tapferen Männern das Leben kostete. Dann jedoch brachen die Wälle der finsteren Burg und der rechtschaffende Zorn der Erstgeborenen spülte die Höllenbrut in ihrem Inneren hinweg. Negral, der Prophet des Hasses, wurde gefangen genommen und nach Chronopia gebracht. Seine Niederlage war total, die Lakaienstreitmacht vollständig ausgelöscht und die unheilige Festung dem Erdboden gleich gemacht.
Als der dämonische Verräter schließlich vor die Füße des Einen Königs geworfen wurde, brandete ein unbeschreiblicher Jubel durch die Straßen der Hauptstadt. Der zweite Prophet der Lakaien war gefallen. Die Reichsgrenze an beiden Enden befriedet.
Negral wurde von den Chronomancern durch ein kompliziertes Ritual in ein Zeitgefängnis gesperrt, um ihn bis zum Ende der Ewigkeit in schrecklicher Einsamkeit für seine Untaten büßen zu lassen. Ein grausames Schicksal, dass allen Feinden des Einen Königs zugleich vor Augen führte, dass es besser war, den Heiligen nicht zum Feind zu haben.

Im Rausch der Siege

Die Siege der Erstgeborenen beunruhigten nicht nur die verbliebenen Lakaien, sondern auch die übrigen Völker rund um das (Binnenmeer). Tylic, der inzwischen mächtigste Heerführer des Einen Königs, kehrte in den Norden zurück, um die Kolonisierung der besetzten Gebiete zu überwachen. Zehn Jahre lang herrschte ein brüchiger Frieden, bis Tylic Boten zu den rund um das Gebirge siedelnden Beserkerstämmen schickte, die die Häuptlinge offiziell aufforderten, sich der Herrschaft des Einen Königs zu unterwerfen.
Erwartungsgemäß entschieden sich die Wilden, ihre Freiheit beizubehalten, und sandten die überheblichen Boten zurück zu Tylic, der sich längst auf einen weiteren Feldzug vorbereitet hatte. Ohne zu zögern führte er sein Ritterheer ins Gebirge, um die dort lebenden Berserkerstämme mit Gewalt zur Unterwerfung zu bringen. Ein Akt, der die Kluft zwischen den Erstgeborenen und ihren urtümlichen Verwandten endgültig unüberwindlich machen sollte.
Es folgte ein Zermürbungskrieg in zerklüfteten Tälern und auf verschneiten Hochebenen, der sich fast sechs Jahre hinzog und mit der Vernichtung mehrerer Wildenstämme endete. Allerdings hatten auch die Erstgeborenen einen furchtbaren Blutzoll zahlen müssen, obwohl es ihnen am Ende gelungen war, die Kontrolle über das Gebirge und die Pässe nach Südpandaros zu erlangen.
Allerdings war der Hunger nach Land, der den Eine König antrieb, noch immer nicht gestillt. Kaum hatte er das Zackwallgebirge in seine Gewalt gebracht, da schickte er seine Ritter nach Osten in die Waldgebiete von Kneeth, wo sie über die Söhne des Kronos herfielen und ihre Dörfer verwüsteten. Monatelang setzten sich die Einheimischen verbissen gegen die Eindringlinge zur Wehr, doch erschienen immer neue Soldatenscharen aus dem Süden.
Auf dem Moorsfeld nahe der Rothquelle kam es zur entscheidenden Schlacht, die am Ende zu einem Gemetzel wurde, an das sich beide Völker noch lange erinnern sollten. Keine Seite hatte in diesem Kampf den Sieg erringen können, was nichts daran änderte, dass die Söhne des Kronos den weitaus besser organisierten Erstgeborenen am Ende unterlagen. So flohen ganze Stämme nach Osten in die Schwarzebenen, um einem Schicksal als gedemütigte Vasallen Chronopias oder gar rechtlose Sklaven zu entgehen.
Bitter brannte der Hass in den stolzen Söhnen des Kronos, die sich nun endgültig von ihren Verwandten abgewandt hatten und ihnen ewige Rache schworen. Doch das hatte der Eine König von Anfang an in Kauf genommen. Hatte er seinen Generälen doch verkündet, dass unberechenbare Barbarenstämme an der Reichsgrenzen nicht mehr länger geduldet werden konnten.
Den siegreichen Rittern folgten Wehrbauern, die Höfe und Ortschaften aus dem Boden stampften. Wo zuvor noch freie Berserkerstämme gelebt hatten, sollten in Zukunft Häuser aus Stein stehen und mächtige Burgen in die Höhe wachsen. Die heiligen Haine der Wilden wurden von den Erstgeborenen niedergebrannt, damit dort eines Tages Kathedralen des Einen Königs errichtet werden konnten.
Er, der ewige Herrscher von Chronopia, wolle sich die ganze Welt Untertan machen, behaupteten die anderen Völker voller Sorge. Und während die Berserkerstämme nach Osten zogen, um sich eine neue Heimat zu suchen, gab der Eine König seinen Heerführern bereits neue Befehle, damit sein gewaltiger Feldzug fortgesetzt werden konnte.

Alehas Brut muss brennen!

Auf Befehl des Einen Königs wurde die gesamte Bevölkerung seines Imperiums vom Gedanken an kommende Kriege beseelt. Ganze Generationen wurden zu Soldaten und Rittern ausgebildet, denn die Armeen des Ewigen benötigten einen ständigen Nachschub an neuen Kriegern. Weder die Zwerge, noch die Orks, noch die Elfen, nicht einmal die Stygianer, wagten es in dieser Zeit, die Erstgeborenen heraus zu fordern. Doch dies war auch nicht nötig, denn die Ritter des Einen Königs waren selbst eifrig dabei, den Krieg in die Welt hinaus zu tragen.
Tylic, den die jahrelangen Feldzüge inzwischen in einen narbengezeichneten Mann mit grauem Haar verwandelt hatten, führte im Jahre X ein Ritterheer von gewaltiger Größe über das Zackwallgebirge und marschierte direkt auf die Festung der dunklen Prophetin Aleha zu, um die dritte Herrscherin der Finsternis mitsamt ihrem Gefolge auszulöschen. Doch diesmal waren die Lakaien besser auf den Angriff ihrer alten Erzfeinde vorbereitet. Aleha zog ihnen an der Spitze einer furchteinflößenden Horde entgegen und es kam unweit der Küste zur Schlacht.
Zwei Tage lang floss das Blut auf beiden Seiten in Strömen, wobei es den Lakaien nicht gelang, die Erstgeborenen aufzuhalten. Zwar fiel General Tylic am zweiten Tag den tödlichen Hieben eines Soul Flayers zum Opfer, doch nahm sein Sohn Irmynar das Armeebanner aus den Händen seines gefallenen Vaters und führte das Ritterheer doch noch zum Sieg.
Schließlich floh Aleha mit dem, was von ihrer Streitmacht noch übrig geblieben war, vom Schlachtfeld. Doch verbarg sie sich nicht in den Tiefen ihrer unweit gelegenen Festung, die die Erstgeborenen kurz darauf zerstörten, sondern flüchtete weiter nach Norden in die unwirtlichen Weiten von Pandaros, wo sie schließlich aus dem Blickfeld ihrer Verfolger verschwand.
Erneut hatten die Ritter des Einen Königs einen Sieg errungen und die dritte Prophetenfestung der Lakaien geschleift. Als die Nachricht von diesem Triumph in den Straßen von Chronopia verkündet wurde, da jubelte das Volk so laut wie noch niemals zuvor. Überall fielen die Schergen der Dunkelheit unter den Streichen der Ritter. Kein Volk auf Erden konnte dem Ansturm der Erstgeborenen noch widerstehen. Auch Aleha, die verruchte Priesterin der Hölle, hatte sich geschlagen gegeben.
Was jedoch nicht einmal der Eine König ahnte, auch wenn bereits so viele Gesichter der Zukunft gesehen hatte, war die Tatsache, dass Aleha schwanger war. Seit dem Tag, als sie von den herannahenden Feinden erfahren hatte, trug sie etwas in ihrem Leib, das danach strebte zu leben, zu wachsen und noch weitaus mächtiger zu werden als der Herrscher von Chronopia selbst.

Wo wir sind, bleiben wir...

Die Jahrzehnte nach der Zerstörung der dritten Festung der Lakaien waren von einem geradezu fieberhaften Aufbau- und Kolonisierungseifer geprägt. Immer neue Siedlerscharen strömten in die eroberten Länder, um Städte aus dem Boden zu stampfen und das Imperium der Erstgeborenen auch im Inneren zu festigen. Unweit der Ruinen von Alehas geschleifter Burg ließ der Eine König die Wehrstadt Thylia gründen. Die Grenzgebiete zu den Söhnen des Kronos, die ihren Blutsverwandten mittlerweile mit Hass und Abscheu gegenüber standen, wurden durch gewaltige Steinwälle und befestigte Lager abgesichert.
Schließlich gab der Eine König im Jahre (X) seinen Heerführern den Befehl, in das Land Tolerien im Süden von Pandaros einzumarschieren, um das Imperium zu erweitern. Es folgte ein Eroberungsfeldzug gegen die dort lebenden Menschenstämme und das Zwergenvolk von Mekrag, der beinahe zwanzig Jahre dauerte. Als der Krieg zu Ende war, waren die Völker Toleriens in die Knie gezwungen worden und die Zwerge von Mekrag Chronopia tributpflichtig. Unter dem Jubel seiner Ritter stieß General Irmynar die königliche Standarte im Herzen des Landes Baskalien in den Boden, was das vorläufige Ende des Kriegszuges darstellte.

Aus dem kleinen Königreich rund um die Stadt Chronopia war schließlich ein Imperium geworden, das es an Größe mit dem der Schwarzblüter aufnehmen konnte. Triumphal kehrte Irmynar mit seiner Armee in die Hauptstadt zurück, wo ihn das begeisterte Volk in den Straßen begrüßte.
Die Erstgeborenen waren aus ihrer Asche aufgestiegen und geboten nun über ein Weltreich, das sämtliche Nachbarvölker rund um das Innere Meer vor Furcht erzittern ließ. Doch nicht nur das: Die teuflischen Lakaien waren endlich besiegt und ihre Festungen geschleift worden.
Das goldene Zeitalter der Erstgeborenen hatte zu strahlen begonnen. Schon vor langer Zeit hatte es der Eine König in der Zukunft leuchten sehen und dank seiner weisen Führung und Kampfentschlossenheit war es nun wahr geworden.
„Einst gehört uns die ganze Welt!“, verkündeten die Priester in Chronopias Kathedralen dem überschwänglich jubelnden Volk und den siegestrunkenen Rittern, die aus der Ferne zurückkehrt waren.
Und auch der Eine König, der weit in die Wirbel der Zeit hineinblicken konnte, sah nur noch den Glanz seines unüberwindlichen Weltreiches, das die Geschicke der Völker von nun an lenken sollte. Endlich war er am Ziel, sagte der Heilige zu seinen Chronomancern. Endlich gehörte die Zukunft dem Volk der Erstgeborenen...

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