Chronopia - Eine dritte Fan-Edition?

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Re: Chronopia - Eine dritte Fan-Edition?

Beitrag von Coki » Do 11. Apr 2019, 19:47

Ganz schöner Brocken, den du da in der Kürze hingehauen hast.

Vorab. Jede "Kritik" ist nur positiv gemeint. Also lass dir dadurch nicht deine Motivation rauben.

Was ich gut finde:
- Es liesst sich gut. Noch nicht perfekt (etwas harkelig) aber deutlich besser als einfach mal so hingeschrieben. Entweder hast du wirklich Übung und Talent diesbezüglich oder du hast da schon richtig Gehirnschmalz investiert. Beides bewunderswert.
- Es ist keine offensichtliche Kopie aus irgendwelchen anderen Universen, auch wenn die Anleihen an die Story aus dem Grundregelwerk noch sehr stark ist.

Anmerkungen zum Fluff:
- Der Fokus auf die Erstgeborenen ist sehr stark. Warum? Das wird aus dem Text nicht klar.
- Die Elfen sind die Erzfeinde der Erstgeborenen. Sie haben diese Jahrhunderte versklavt. Sie sind während des Aufstieges des Reiches nicht aktiv gewesen obwohl sie permanent der Gegner der Menschen waren?
- Die Schwarzblüter während des Kampfes gegen die Stygianer im Bürgerkrieg? Eher unwahrscheinlich.
- Die Stygianer kämpfen überall in Chronopia. Es gibt überall Pyramiden (siehe Söhne des Kronos). Er hat sie ja reaktiviert um den Vorschmarsch der Lakaien zu hemmen bzw. zu stoppen.
- Generäle der Erstgeborenen? Der König führt seine Armeen selbst in den Krieg (GB, LdzF, SdK). Es müsste schon einen sehr guten Grund geben das er nicht voranschreitet. Mach aus ihm nicht einen zweiten Imperator.
- Vorschlag: Es gab nicht den "Schlag" der Lakaien. Die Konkurrieren untereinander fast genauso wie gegen die anderen Völker. Es gab einen langen Abnutzungskrieg (von mir aus 200 Jahre), der mit dem Angriff und der Eroberung Chronopias Stadt endete, in dessen Siegesmoment die Elfen hinterhältig die angeschlagenen Armeen der Lakaien und Erstgeborenen angriffen. Durch den massiven Einsatz von Magie wurde der Fokus in Schwingungen gebracht, was die Stadt (bis auf den Turm) zerstörte und die vorhandenen Armeen in alle Winde verstreute. An dieser Stelle kann man ein "Verschwinden" des Ewigen Königs einbauen.
Und damit hättest du deutlich mehr Optionen.

Generell solltest du mehr Optionen einbauen als verschliessen. Du machst z.B. aus den drei Stämmen des Kronos auf einmal nur noch einen, und das, obwohl an der Mauer der Ahnen zwei mit dem König zusammenkämpften. Du vernichtest zwei Propheten. Was ist die Konsequenz daraus? Welchen Vorteil für die Story hast du davon? Wir reden hier immerhin von Wesen die jede Menschlichkeit abgelegt haben.

Anmerkungen zum Schreibstil:
- Deutsch oder Englisch. Bei diversen Bezeichnungen gehst du auf englisch.
- Namen möglichst Sparsam verwenden. Jeder Name will eine Geschichte haben. Wenn du diese nicht lieferst, dann ist es ein loser Faden. Dann eher darauf verzichten. Gilt für Personen wie für Orte.
- DerText liesst sich stellenweise noch etwas zu neudeutsch. Nicht markant aber unterschwellig.

Das soweit im Rahmen des ersten Eindruckes.

Gruss,

Coki
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Re: Chronopia - Eine dritte Fan-Edition?

Beitrag von Redterror » Do 11. Apr 2019, 23:14

Zuerst einmal vielen Dank für dein Feedback. Ich muss im Vorfeld zugeben, dass ich noch nicht ganz der 100%-tige Fluff-Experte bin, auch wenn ich bereits einige Armeebücher usw. gelesen habe. Dass der Eine König seine Ritter selbst in die Schlacht führt (vielleicht mit einem auftrebenden General an seiner Seite) ist tatsächlich ein Argument. Ich hatte das allerdings so in Erinnerung, dass er sich auch gerne mal für lange Zeit in seinen Turm zurückzieht und sich dem Volk nicht zeigt.

Für mich sind die Erstgeborenen irgendwie immer das "Hauptvolk" des Spiels gewesen, daher auch zunächst ihre Perspektive. Mir gefällt der Gedanke, dass sie zu Beginn der 200 verstrichenen Jahre knapp mit Hilfe der Elfen überleben, um nach etwa 80 Jahren Frieden hochgerüstet und "blitzkriegartig" wiederzukehren und ihr Reich auszudehnen. Die Elfen haben Chronopia damals nur aus eigenem Kalkül vor der endgültigen Vernichtung gerettet, um die Macht der Lakaien nicht noch größer werden zu lassen und sich dadurch auch selbst zu schützen. Im Nachhinein bereuen sie angesichts der wachsenden Macht der Erstgeborenen ihren Entschluss, Chronopia gerettet zu haben, wagen aber zunächst keinen neuen Krieg gegen die überall siegreichen Ritterheere des Einen Königs.
Die Idee einer Orkaufstandes gegen die Ogerkaste fand ich ganz interessant. Das würde meiner Ansicht nach zur heißblütigen Mentalität der Schwarzblüter passen und hätte auch einen historischen Orienttouch.

Ich hatte mir die Spielsituation am Ende der 200 Jahre wie folgt vorgestellt:

- Die Erstgeborenen herrschen über ein gewaltiges Reich, das sich bin nach Süd-Pandaros hinein ausdehnt. Ihre Verwandten, die Söhne des Kronos, haben sie durch ihre brutale Expansionspolitik nach Osten verdrängt und die alten Bande zwischen den Völkern sind endgültig zerbrochen. Dank ihrer militärischen Erfolge treten die Erstgeborenen mittlerweile entsprechend überheblich, herrisch und nicht unbedingt sympathisch auf.

- Die Elfen haben dem Aufstieg der Erstgeborenen jahrzehntelang zögernd und mit einer gewissen ohnmächtigen Wut zugesehen. Am Ende sind sie jedoch nicht länger gewillt, die Landnahme der Menschen weiter hinzunehmen und bereiten sich auf einen zukünftigen Krieg vor. Die Elfenhäuser haben übrigens eine Reihe von Kolonien in Übersee gegründet und haben ihre Macht auf diese Weise ausgebaut. Einem hasserfüllten, langen Krieg mit den Erstgeborenen steht also als Spielsituation nichts im Weg :haha: Immerhin hassen sich Großmächte besonders

- Zwei Propheten der Devout sind "tot" (oder zunächst ausgeschaltet). Alehas Festung wurde ebenfalls zerstört. Sie selbst ist nach Norden über das Gebirge ins Herz von Pandaros geflüchtet; sie ist "schwanger" und bringt ein nicht alterndes "Kind" namens Daimor zur Welt, das einen "messiasartigen" Einfluss auf die dortigen Nomadenvölker, Orkstämme, Zwergenvölker, Bergorger usw. ausübt. Schnell gewinnt sie dort Anhänger und eine neue dunkle Stadt wird aus dem Boden gestampft, die alle Lakaienstädte an Größe und Macht in den Schatten stellen soll. Die anderen Propheten könnten natürlich irgendwann auch wiederkehren.

- Das Schwarzblüter-Reich ist weiterhin gespalten; im Osten herrschen die rebellischen Orkfürsten, im Westen haben sich die Oger behauptet. Alles in allem sind die Schwarzblüter aber auch durch einen langen Krieg gegen die Stygianer und ihren inneren Zwist geschwächt

- Die Stygianer selbst haben sich inzwischen stark vermehrt und sind eine wachsende Bedrohung. In den letzten Kriegen haben sie ganze Heere von Gefangenen in ihre Tempel geschleppt und durch Massenopferungen ihre Macht weiter erhöht (ich musste an die Blumenkriege der Azteken denken, in denen andere Stämme überfallen wurden, um die Menschenopfer fortzusetzen). Diese Art der Machterhöhung würde auch zu dem mysteriösen / fremdartigen Charakter der Stygianer passen

- Die Söhne des Kronos sind teilweise aus ihrer alten Heimat nach Osten vertrieben worden und schwören den Erstgeborenen Rache, da sie sich von ihren zivilisierteren Verwandten verraten fühlen (ich musste da an Serien wie "Britannia" denken oder auch an die Römer-gegen-Germanen-Kriege am Limes usw.)

- Sumpfgoblins?

- Zwerge: Da habe ich noch nicht so viele Ideen. Ihre Rasse ist noch immer in einem Zustand des Absterbens; eine Führungsperson fehlt. Irgendeine Seuche hat die Zwerge des Klanes X zusätzlich stark dezimiert. Zudem gibt es Gerüchte einer Bedrohung in den Tiefen der unterirdischen Zwergenreiche. Irgendwelche Wesen, die aus subterranen Ozeanen in die Labyrinthe eingedrungen sind...*

* Vielleicht die "Cerulean Hordes", die man auf "Deep Ones" (Meerwesen, Fischmenschen usw.) trimmen könnte. Vielleicht auch ein wenig wie die Koralons bei Void. Wenn man die als "neues" Volk mit eigenen Regeln dazupackt, wäre das meiner Ansicht nach eine lustige Sache. Schöne Proxies für Meereskreaturen gibt es auf dem Tabletopmarkt ja einige. Ich selbst wollte schon immer mal eine amphibische Rasse in einem Tabletop spielen. Habe die bei Warhammer immer vermisst.

Alles in allem wird es die Fan-Fortsetzung des Chronopia-Universums sicherlich nicht jedem Volk rechtmachen können, dann das wäre zu viel des Guten und könnte wohl nur durch eine wirklich professionelle Neuauflage geschehen. Und ich will es ja auch nicht übertreiben, wobei ich über jede neue Idee und Anregung dankbar bin.

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Re: Chronopia - Eine dritte Fan-Edition?

Beitrag von Coki » Sa 13. Apr 2019, 13:26

Hatte schon zweimal angesetzt für eine Antwort. Hier ein neuer Versuch.

An sich sind deine Überlegungen gut.
Jedoch müsste man, wenn du es so stark entwickeln willst, wesentlich grundlegender die Dinge in Angriff nehmen.
Das bedeutet, ALLE relevanten Aspekte die Chronopia ausmacht müssen definiert und festgehalten werden. Dazu die Grenzen festgelegt in den man sich bewegen kann und soll.
Jeder zentrale Aspekt muss heraus gearbeitet werden (inkl. der Produktentwicklung = RPG, 1.Edi, 2.Edi).
Dann muss ein "grober" Rahmen entwickelt werden wie die Fluff weitergehen soll.

Also drei Schritte:
1. Definition was Chronopia ausmacht und auf jedenfall beibehalten werden muss!
2. Entwicklung einer Fluffbibel (vrgl. 2nd W40k)
3. Entwicklung des Plots für die zukünftige Entwicklung.

Macht man die drei Schritte, wird man automatisch merken das gewisse Sachen funktionieren und sinnvoll sind, und andere wo selbsterklärend das nicht der Fall ist.

Beispiel: Wie sind die "Reiche" der Völker z.B. grundlegend strukturiert? Gibt es Dörfer im klassischen Sinne? ==> Schon gibt es Einschränkungen wie sich ein Reich auf Gefahr reagieren kann.

Daher: Erst die Dinfition, dann der nächste Schritt. Die Arbeit sollten wir uns schon machen.

Zu deinem Text:
Die Erstgeborenen sind nicht das primäre Volk. Sie sind halt in zwei Aspekten zum aktuellen Zeitpunkt bemerkenswert.
1. Sie kontrollieren die Stadt Chronopia (siehe Magiefokus aus dem RPG).
2. Sie sind zentraler Auslöser der Lakaien.
Zu dem spielt der König wegen seiner Kenntnis aus der Zeitmagie viel auf dem Klavier des Schicksals herum in dem er immer wieder proaktiv wird. Aber alle in den Werken beschriebenen Handlungen sind mehr oder weniger gegen die Lakaien gerichtet.

Wie geagt, ich möchte nicht alles negativ sehen. Ich finde die grundlegenden Ideen nicht verkehrt, jedoch sind sie nicht stimmig mit dem bisherigen Fluff und es sind einfach gewisse Motivationen / Handlungsweisen unklar/unpassend.

Um dieses besser anpassen zu können, müssten wir wie gesagt die obige Vorarbeit leisten. Und das wird nicht ohne sein. Alleine Schritt 1 ist nicht einfach, da hier schon sehr wichtige Endscheidungen getroffen werden müssten.

Gruss,

Coki
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Re: Chronopia - Eine dritte Fan-Edition?

Beitrag von Redterror » So 14. Apr 2019, 13:44

Hmmm...was soll ich sagen :) Eigentlich wollte ich - wie gesagt - keine riesige "Fluff-Bibel" in Sinne von WH 40000 verfassen, sondern die Zeitlinie einfach um 200 Jahre in die Zukunft weiterlaufen lassen, so dass ein neues Spielsetting für zukünftige Schlachten besteht und die "Chronik" des Chronopia-Universums weiterläuft. Der "alte" Fluff der bisherigen Editionen soll dabei völlig unangetastet bleiben, genau wie die Regeln selbst.

Ich gebe zu, dass es z.B. gewagt ist, wenn die Firstborn ihr Reich auf Kosten der Söhne des Kronos erweitern. Aber es ist auch in der echten Geschichte nicht immer so gewesen, dass Bündnisse usw. ewig halten. Ganz im Gegenteil, jeweilige Machtinteressen von Herrschern und Staaten haben selbige oft genug zerbrechen lassen - mit der Folge von blutigen Bürgerkriegen usw. Das Gleiche gilt ja auch für das Elfen-Firstborn-Verhältnis; es soll nämlich keineswegs so aussehen, als ob beide Seiten jetzt die besten Freunde sind. Gerade die Ausdehnung des Firstborn-Reiches birgt ja jede Menge Konfliktpotential für zukünftige Spielsettings.
Zu den Dörfern: Da die Firstborn am Ende der 200 Jahre große Gebiete erobert haben, schließt dies auch eine intensive Kolonisierung und Siedlungsgründung mit ein. Somit ist das Firstborn-Reich aber auch deutlich angreifbarer und zerbrechlicher, als es zunächst den Anschein hat.
Ich hatte als Idee einer neuen Firstborn-Einheit auch "Wehrbauern" im Sinn, also Leichtbewaffnete / Ranger, die in größerer Zahl eingesetzt werden können und nicht allzu viele Punkte kosten.

Es ist allerdings generell die Frage, ob man überhaupt eine Veränderung in der Völkerkonstellation will oder nicht. Wenn alles so bleiben soll, wie es schon immer gewesen ist, dann braucht man auch die Geschichte nicht weiter zu schreiben. Meiner Ansicht nach ist es aber nicht nur eine interessante und spaßige Sache, den Fluff weiterzuschreiben, sondern auch etwas, das dem stagnierenden Chronopia-Universum gut tun würde. Zudem ist ja niemand verpflichtet, den "neuen" Fluff anzuerkennen, wenn er lieber nur bei den normalen Editionen bleiben möchte und die Timeline für ihn damit für immer zu Ende ist.

Gewisse Andeutungen, wie es mit der Geschichte weitergeht, könnten auch in Form von Kurzgeschichten usw. eingebaut werden. (Elfen bereiten heimlich einen Überfall auf die Firstborn vor usw.) Ich persönlich habe einen gewissen Interpretationsspielraum bei Tabletop-Hintergründen als Spieler immer gemocht, da man ja auch später auf dem Schlachtfeld bzw. Spieltisch die Geschichte irgendwie "weiterschreibt".

Anbei noch etwas zum Fluff der Devout und Elfen:

Der Zorn der Besiegten (Lakaien)


Die vielen Siege der Erstgeborenen hatten zahllosen Lakaien den Untergang gebracht, genau wie zwei der vier dunklen Propheten. Versteckt in seiner Festung verharrte Lokoth in der Lavawüste jenseits des zerrütteten Schwarzblüterreiches im Kreise seiner letzten Getreuen. Doch war er zu schwach, um einen neuen Kriegszug gegen die umliegenden Völker beginnen zu können. Das Imperium der Erstgeborenen war inzwischen derart mächtig geworden, dass Lokoth fürchtete, die Menschen würden eines Tages mit den Schwarzblütern gemeinsame Sache machen und auch ihm die Vernichtung bringen.
Aleha, die verdorbene Prophetin, war derweil in den Ödländern jenseits des Mittlandgebirges verschwunden. Jahrelang war sie mit einem kleinen Gefolge aus treuen Dienern durch den unwirtlichen Norden von Pandaros gezogen, um eine neue Heimat zu finden. Längst war ihrem Leib eine Frucht entsprungen, die nach Leben gierte: Daimor, ein kleiner Knabe mit schwarzem Lockenhaar, wachem Blick und scharfem Verstand.
Auf ihrem Streifzug durch die Länder nördlich der Gebirgskette war Aleha auf eine Vielzahl fremder Stämme getroffen. Kargfelsoger aus den Bergen, umherziehende Menschennomaden, zwergische Waldbewohner und räuberische Orkstämme. Wo Aleha erschienen war, da hatte sie die Fremden mit wohlklingenden Worten und ihrer dunklen Aura meist schnell auf ihre Seite gezogen, so dass sie ihr und ihrem Gefolge die Tore geöffnet hatten. Doch mehr noch als die dunkle Prophetin selbst strahlte Daimor eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf jede Kreatur in seiner Nähe aus. Das Kind, das auch mit fortlaufenden Zeit nicht älter zu werden schien, gewann die Herzen aller Lebewesen, die ihn umgaben. Bald gab es jenseits des Mittlandgebirges kaum mehr einen Stamm, der sich Daimors Einfluss entziehen konnte.
Freiwillig strömten tausende Menschen, Zwerge und sogar Orks zu Aleha und ihrem wundersamen Sprößling, um ihnen bei Aufbau einer gewaltigen Stadt zu helfen, der die dunkle Prophetin den Namen Samsyra gab. Fernab der Blicke der Erstgeborenen und der Völker rund um das Innere Meer wuchs eine dunkle Feste aus schwarzem Stein heran, wie es sie zuvor noch nie gegeben hatte. Mit jedem verstreichenden Jahr wurde das Bollwerk größer; ganz zur Freude Alehas und ihres ewig jung bleibenden Sohnes, den zahlreiche Stämme inzwischen als lebendigen Gott verehrten.
Schließlich begannen die Lakaien, eine Tempelpyramide zu Ehren des heiligen Kindes zu errichten. Sie sollte so gewaltig sein, dass sie bis in die Wolken hinaufreichte. Immer mehr Arbeiter strömten in den Steppen zusammen, um beim Aufbau der unheiligen Stadt und der Errichtung der dunklen Pyramide zu helfen. Derweil zog Aleha mit Daimor durch die Lande des nördlichen Pandaros, um zu den Stämmen zu predigen.
Daimor wurde überall als Erlöser und Heilsbringer verehrt, tausende fielen verzückt vor ihm auf die Knie und gelobten, ihm bis an ihr Lebensende zu dienen. Dem lieblichen Kind würde die Zukunft der Welt gehören, verkündete Aleha, während sich ihr ganze Stämme anschlossen. Verblendet von ihren Worten und hoffnungslos im Banne von Daimor stehend, wuchs die Zahl der Lakaien innerhalb weniger Jahre gewaltig an.
Mit dem Bau von Samsyra im Herzen des pandarosischen Ödlandes war das Fundament ihres eigenen Wiederaufstieges gelegt worden. Auch wenn die Heerscharen der Finsternis zwei ihrer mächtigen Verkünder verloren hatten, so hatten sie nun Daimor, der ganze Völker willenlos machen konnte.
Die Lakaien würden wiederkommen, gelobte Aleha. Mächtiger und schrecklicher als jemals zuvor, um den Erstgeborenen und allen anderen Rassen den endgültigen Untergang zu bringen. Eines Tages würde Samsyra eine uneinnehmbare Metropole der Finsternis sein, die die gesamte Welt verseuchen würde. Dann wollte Aleha mit ihrem Sohn auf dem Arm und an der Seite von Lokoth ihren Rachekrieg beginnen und die Schöpfung im Blut ersticken. Sollte sich der Eine König ruhig eine Weile an seinem neugewonnenen Reich erfreuen, sagte sie. Am Ende würde er nur noch mehr leiden, wenn alles wieder in Flammen aufging.

Elfenhäuser

Mehr als einmal hatten die Elfenhäuser den Tag bereut, an dem sie Chronopia vor der Vernichtung durch die Lakaien bewahrt hatten. Während hinter der elfischen Art Jahrzehnte der inneren Streitigkeiten lagen, waren die Erstgeborenen zu Herrschern über ein Weltreich geworden. Zwar hatten die Elfen die letzten zwei Jahrhunderte auch damit verbracht, ihre Flotten hinaus in die Welt zu schicken, um neue Länder zu erforschen und Kolonien in Übersee zu gründen, doch empfanden sie das gewaltige Menschenreich im Osten mehr denn je als Bedrohung.
Umso erfolgreicher die Erstgeborenen waren, umso mehr traten die Streitigkeiten zwischen den Elfenhäusern in den Hintergrund. Das Haus Helios war nach wie vor die führende Macht und gebot über Kolonien und Häfen auf der fernen Insel Yndar und der Westküste von Pandaros. Mit ihm konkurrierte vor allem das Haus des Kristall Lotus, das seine Schiffe ebenfalls über die Meere schickte, um fremde Gestade zu kolonisieren und neue Völker als Handelspartner zu gewinnen. Das unter den Elfen verrufene Haus der Schwarzen Schlange verhielt sich indes seit Jahrzehnten ruhig und bedeckt. Vor allem nachdem die Erstgeborenen die Lakaien rund um das Innere Meer vernichtet hatten, war X, der Führer des Hauses und Nachfahre des verstorbenen Valymir, eifrig bemüht, das noch immer schwelende Misstrauen, das seine Mitelben seiner Sippe entgegenbrachten, zu zerstreuen.
Doch all die Kolonien und Erfolge der elbischen Rasse änderten nichts daran, dass das Imperium der Erstgeborenen zum Herrn über das Innere Meer aufgestiegen war und seine Machtfülle und Größe erdrückend geworden war.
Zwar erblühte der Handel zwischen den elfischen Häusern und den Menschen, doch verschlechterte sich das Verhältnis nichtsdestotrotz mit jedem verstreichenden Jahr. Hielten die Erstgeborenen die Elfen für arrogant und zwielichtig, so betrachteten jene die Menschen als anmaßende Barbaren mit einem unersättlichen Hunger nach Land.
Vor langer Zeit waren die Elfen die ärgsten Feinde des Einen Königs und seines jungen Reiches gewesen. Dies hatte der Herrscher von Chronopia trotz der Hilfe, die diese ihm vor den Toren seiner belagerten Stadt hatten zuteil werden lassen, nicht vergessen.
Beide Seiten, auch wenn sie noch immer so taten, als wäre die alte Rivalität vergessen, betrachteten einander voller Missgunst und Neid. Dies hatte der Eine König längst bemerkt, genau wie die Elfenhäuser auf der Gegenseite.

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Re: Chronopia - Eine dritte Fan-Edition?

Beitrag von Coki » Mo 15. Apr 2019, 15:41

Liesst sich doch nett. Einfach weitermachen. :)

Gruss,

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Re: Chronopia - Eine dritte Fan-Edition?

Beitrag von Redterror » Mo 15. Apr 2019, 23:15

Danke! Ja, ich werde die Tage mal weitertippen, wenn ich wieder mehr Zeit habe. Wie findest du eigentlich die Idee einer Meerwesen-Rasse als neues Volk für Chronopia? Das könnte ja so in Richtung Cerulean Hordes gehen (zwei Entwürfe gibt es ja schon, wie ich gesehen habe)

Hier mal ein paar Ideen:

Octarec (krakenkopfartiger Anführer, der u.a. mental beeinflussen kann bzw. Schallwaffen abfeuern kann) (Individuum)

Tiefenreißer = Fischmenschenheld (Individuum)

Tiefenbrut = Gewöhnliche Fischmenschenkrieger mit Keule oder Knochenaxt (Truppe)

Octarec Magus = Magier (Individuum)

Shock Trooper = Gepanzertes Krebsviech :haha: (ähnlich wie das der Cerulean Hordes) (Truppe)

Schallbrut = Fischmenschen-Schützen mit Schallhörnern (Truppe)

Tritonic = Monster (Individuum)

Octahirn = Monster Artillerie, die Schallbomben abschießen kann (Individuum)

Giftspucker = Giftwerfer mit Flamer-Schablonenwaffe (Truppe)

Generell sollten die Meerwesen eher langsam sein, aber dafür sehr zäh (also mit Selbstheilungsfähigkeiten oder ähnlichem)

Als Proxies würden sich u.a. die "Nameless" von Dead Zone anbieten und natürlich diverse Fischmenschen-Minis (Reaper usw.)

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Re: Chronopia - Eine dritte Fan-Edition?

Beitrag von Coki » Fr 19. Apr 2019, 18:45

Kann man machen.
Bei AoS gibt es zudem eine Seeelfenfraktion bei der es auch so einige Modelle gibt.

Gruss,

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Re: Chronopia - Eine dritte Fan-Edition?

Beitrag von Herby » Do 25. Apr 2019, 12:02

Weitermachen...nur nix bei AoS beleihen, schon aus Prinzip. Das ist ja wie Star Wars bei Disney
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Re: Chronopia - Eine dritte Fan-Edition?

Beitrag von Redterror » Do 25. Apr 2019, 12:47

Ich hasse AOS! Also keine Angst :haha: Ja, ich bzw. wir sind dabei, aber derzeit muss ich Blut und Zeit auf dem brutalen Arbeitsmarkt opfern...

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Re: Chronopia - Eine dritte Fan-Edition?

Beitrag von Redterror » Fr 24. Mai 2019, 23:27

Die Fan-Edition ist in Arbeit und das Buch mit neuem Fluff bzw. neuen Regeln wird so bei 90 Seiten liegen. Die Cerulean Hordes habe ich als Tiefsee-Rasse konzipiert. Alles in allem wird es noch etwas dauern, aber ich bzw. wir sind dabei :haha:

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Re: Chronopia - Eine dritte Fan-Edition?

Beitrag von Coki » Sa 25. Mai 2019, 02:38

Wir sind gespannt. ;)

Gruss,

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Re: Chronopia - Eine dritte Fan-Edition?

Beitrag von Redterror » Mo 3. Jun 2019, 10:48

So, die Erweiterung ist weitgehend fertig (ca. 90 Seiten). Allerdings ist sie auf Englisch, da sie so wohl ein paar Leser mehr haben dürfte. Eine Korrektur durch einen "Native Speaker" brauchen wir aber noch :cool:

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Re: Chronopia - Eine dritte Fan-Edition?

Beitrag von Herby » Di 4. Jun 2019, 11:29

Terror...schick mir mal nen Entwurf vielleicht kann ich ein paar Artworks im Stil der 90er beisteuern wenns mir taugt PN
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